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Junge Feuerwehrleute kommunikativ stärken

Main-Kinzig-Kreis führt neues Schulungselement in der Truppmannausbildung ein


FwAg GAZMKK03Gelnhausen/Gießen (Hessen) – Dass sich die Kommunikationskultur zwischen den Generationen innerhalb der Feuerwehr unterscheidet, ist naheliegende Tatsache. Auch, dass diese Tatsache immer wieder zu Konflikten führt – die häufig vermeidbar wären. Darüber haben die Leiter der Feuerwehren des Main-Kinzig-Kreises in ihrer jährlichen Klausurtagung im vergangenen Jahr lange gesprochen und einen Entschluss gefasst: Den jungen Einsteigern in die Feuerwehr sollen Methoden an die Hand gegeben werden, um ihre Kommunikation besser zu reflektieren, Kritik als eigene Verbesserungsmöglichkeit zu verstehen und insgesamt schöner miteinander umzugehen. Daher ist der Main-Kinzig-Kreis jetzt einen wichtigen und bislang einmaligen Schritt gegangen: Die Themenfelder Kommunikation, Kritik, Konflikt wurden mit 6 zusätzlichen Unterrichtsstunden nicht nur verbindlicher Teil der Truppmann-2-Ausbildung, diese Fähigkeiten sind auch Teil der theoretischen Truppmann-Abnahmeprüfung.

„Wie sage ich es denn nun?“ Gruppenarbeit mit den neuen Methoden„Dem Handlungsbedarf hätten wir aber alleine und mit Bordmitteln niemals selber entsprechen können. Daher haben wir uns die Profis der FeuerwehrAgentur ins Boot geholt, mit denen wir seit Jahren ausgezeichnet zusammenarbeiten“ weiß Kreisbrandinspektor Markus Busanni. So wurde mit den Kommunikationsexperten der FeuerwehrAgentur ein Konzept entwickelt, was den Truppmännern und -frauen vermittelt werden soll. So wurden Lernunterlagen in Form von Musterlehrplänen, Präsentationen, Lehrgangshandouts in Form von Postkarten und Materialien für die Gruppenarbeiten entwickelt. Und man ist noch einen entscheidenden Schritt weiter gegangen, wie Kreisbrandinspektor Busanni berichtet: „Wir haben Kreisausbilder als Kommunikationstrainer von der FeuerwehrAgentur schulen lassen, damit wir die Themen zukünftig in Eigenregie durchführen können“. In mehreren Workshops wurden ausgewählte Kreisausbilder mit ihrer neuen Aufgabe vertraut gemacht, Hintergründe der verwendeten Kommunikationsmodule erläutert und dann wurde: kommuniziert. In simulierten Lehrveranstaltungen wurde die Vermittlung des neuen Thema trainiert, in realen Lehrveranstaltungen haben die Experten der FeurwehrAgentur die Kreisausbilder begleitet und in der neuen Tätigkeit konkret gecoacht. Nun ist dieses Bildungsmodul fester Bestandteil der Truppmannausbildung, inklusive Sender-Empfänger-Modell, vier Seiten einer Botschaft, Feedbackburger, den Tücken der Kommunikation per WhatsApp & Co, sowie noch einigem mehr.

 „Was bedeuten eigentlich diese ‚Emojis‘?“ Kreisausbilderin für Kommunikation Svenja Moritz mit den Lehrgangsteilnehmern.